Pädagogik der Anerkennung. Gegenseitiger Respekt. Achtung der Einzigartigkeit jedes Menschen.
Wie entwickelt sich ein “wertschätzendes Schulklima”?
Pädagogik der Anerkennung. Gegenseitiger Respekt. Achtung der Einzigartigkeit jedes Menschen.
Wie entwickelt sich ein “wertschätzendes Schulklima”?
- Umkehrbarkeit von Anforderung –> sowohl Lehrer als auch Schüler können Anforderungen stellen –> Lehrer müssen Respekt verlangen können
- Kinder sollen als “Menschen” erlebt werden und nicht als “Schüler”
- Bereit sein, Konflikte einzugehen, d.h. Lehrer müssen sich auf Schüler einlassen
- Anspruchsvoll jeden so in seiner Stimmung wahrzunehmen –> Kinder müssen spüren, dass jemand an ihnen interessiert ist (nicht nur an Leistung)
- Auch das Kollegium muss sich wertgeschätzt fühlen
- Wenn ich selber als Lehrer fühle, dass ich wertgeschätzt werde, dann zeige ich das auch den Anderen –> Wertschätzendes Verhalten von Seiten der Gesellschaft und dem Staat ist wichtig
- Jeden so sein zu lassen wie er ist, ist harte Arbeit
- Jeder hat etwas an sich, das man schätzen kann, auch wenn es nicht so offensichtlich ist
- Eine Kultur der Wertschätzung in unserer Gesellschaft ist wichtig!
-Zeitaufwändig, d.h. man braucht Zeit, um Menschen in ihrer Einzigartigkeit in an- und wahrzunehmen
- Wertschätzung sollte eine Grundeinstellung sein –> Schüler mit Behinderung und ohne Behinderung sollten eng zusammen lernen
- Noten sind Hindernisse, da Schüler so nicht frei von Druck sind –> Ohne Druck ist Wertschätzung intrinsisch motiviert
- Auch den Schülern, die Probleme haben muss das Gefühl gegeben werden, “wir sind für euch da!”
- Wenn Schüler das Gefühl haben, dass sie als Versager dastehen (z.B. durch Noten), schalten sie ab –> Schule wird so zum “Muss”
- Konsequenz: Lehrerausbildung verändern: Wie lernen die Kinder soziale Kompetenz (dies ist nur in jungen Jahren möglich…)
- Loben in richtigem Maß
- Lehrer sollen nicht von anderen Klassen reden
- Selbstkritik / -Reflexion
- Lehrer sollen kein zu enges Verhältnis zu Schülern haben
- Kommentar unter Klassenarbeit, Einzelgespräche – nicht vor der Klasse
- Kinder merken, dass Eltern mit Lehrern kooperieren
- Klassen- & Schulregeln: “die Regel der Woche”
- Umgang mit Materialien / eigenen “Produktionen”, Schulbücher einbinden
- Stuhlkreis: Pläne für das Wochenende
- Lehrer respektieren sich gegenseitig
- Fehlerfreundlichkeit
- Basis: Familie zuhause
- Glückskäfer, Lobsteine, Smilie, netter Kommentar o.ä.
Nach meiner Einschätzung ist eine “wertschätzende Lernkultur” ein zentraler Schlüssel einer “Schule der Zukunft”, vielleicht sogar ein Schlüssel zum Verständnis der “guten PISA-Ergebnisse” nicht nur der skandinavischen Länder, sondern auch von Schulken wie der Laborschule Bielefeld oder der Helene-Lange Schule in Wiesbaden. Sehr gut finde ich das Themenheft “Respekt und Anerkennung” der Zeitschrift PÄDAGOGIK (Beltz) Heft 2/2008, weil es zeigt, dass eben dieser Respekt seitens der Lehrpersonen die Voraussetzung dafür ist, dass Schüler Respekt & Anerkennung den Lehrern gegenüpber entwickeln und zeigen können. Hilfreich finde ich hier auch die “pädagogischen Standards derr Schulentwicklung, wie sie vom Netzwerk “Blick über den Zaun” entwickelt wurden:
http://www.blickueberdenzaun.de/publikationen/standards.html
Wie entsteht ein wertschätzendes Schulklima?
Entscheidend hierbei ist neben dem wertschätzenden Umgang untereinander der wertschätzende Umgang mit sich selbst.
Das heißt sich und seinen eigenen Stärken, Grenzen, seiner Einzigartigkeit bewusst werden. Dies deutlich widergespiegelt sehen in seinen Mitschülern, Lehrern, usw. allen Mitgliedern des Schullebens.
Hiermit anfangen, also mit gutem Beispiel vorangehen, müssen Lehrer. Ihre Freiheiten, die sie im Vergleich zu vielen anderen Berufen besitzen und um die sie so oft beneidet werden, so verbringen/ nutzen/ einsetzen, dass sie ausgeglichen vor ihren ihnen anvertrauten kleinen und großen Persönlichkeiten stehen.
Wie wäre es und welche Wirkung hätte es wohl, wenn Schüler morgens von heiter gelassenen Lehrern in der Schule begrüßt werden würden?