interkulturell

Entdeckung kultureller Vielfalt in der Lebenswelt. Erfahrungen von Gemeinsamkeit und Differenz. Grenzüberschreitendes Lernen.

Wie kann Schule Vielfalt, Differenz und Gemeinsamkeit erfahrbar machen?

6 Antworten zu interkulturell

  1. Gruppe interkulturell schreibt:

    - Spracherfahrungen beim gemeinsamen Lernen
    - Gefahr: “Produktion” von Stereotypen
    - SchülerInnen lernen z.B. Fremde Küche und unterschiedliche Traditionen kennen, erkennen und akzeptieren
    - SchülerInnen mit Migrationshintergrund die in Gruppen auftreten, werden von der Umgebung häufig als Nationalität bzw. “typisch” wahrgenommen => Eine inklusive Schule die auf Interkulturalität achtet, kann Bewusstsein für Diffenrenzierung schaffen, da SchülerInnen und Gruppen in einer solchen Schule eher durchmischt werden als bisher

  2. Gruppe interkulturell schreibt:

    Eltern mit Zuwanderungsgeschichte sollten in der Klasse über ihr Herkunftskultur, ihr Land, die Sitten und Bräuche erzählen. Eltern könnten mit der Klasse Tänze aus dem Herkunftsland einüben, mit den Schülern zusammen kochen.

    Lehrpersonen sollten neben dem familiären auch den kulturellen Hintergrund ihrer SchülerInnen kennen, sie sollten über Einstellungen (aus kulturellen, religiösen Motiven etc.) informiert sein. Lehrpersonen sollten ihre SchülerInnen so gut kennen, dass sie z.B. wissen, inwiefern sich eine Türkin eher als Türkin und inwiefern eher als Deutsche fühlt.

    Wie funktioniert überhaupt interkulturelle Arbeit?

    Schade ist, dass in Baden-Württemberg interkulturelles Lernen nur gewürdigt wird, wenn es aus wirtschaftlicher Sicht Profit verspricht.

    Erfahrungen z.B. aus dem Deutsch-Französischen Gymnasium Freiburg zeigen, dass interkulturelles Lernen bzw. von einander lernen zwischen den Schülern beider Kulturen zu wenig stattfindet. Vielmehr zwischen bestehen zwischen deutschen und französischen SchülerInnen oft sogar Differenzen oder sogar Feindseligkeit.

  3. Gruppe interkulturell schreibt:

    *Kulturabende allgemein, z.B. Vereinsfeste oder Stadtteiltreffen mit Musik, Essen und Tanz (versch. Kulturen)
    *Tag der offenen Moschee
    *Länderabende, bspw. internationaler Club der Uni FR, aber für alle zugänglich
    *Kinoabende: ausländische Filme original mit Untertitel
    *Gesetzliche/Politische Festlegung: Menschen mit Migrationshintergrund ausgewogen über Stadt verteilt –> Keine ghettoisierung, bessere Finanzierung von Brennpunktschulen
    *Schule: Schulfeste (bezogen auf verschiedene Kulturen), Theaterstücke (aufzeigen und überwinden von Stereotypen, Kooperation mit Theaterchor), Beginn so früh als möglich (Kindergarten, Grundschule)
    *Grenzüberschreitendes Lernen in der Schule: Schüleraustausch auf freiwilliger Basis, praktisches Jahr (8. Klasse, verschiedene Auslandsaufenthalte mit Arbeit), Lehreraustausch (mehrere Wochen), Grundlagen bereits im Lehramtsstudium (Pflichtseminare, Auslandsaufenthalte)

  4. „Jeder Mensch sucht nach seiner Identität“
    - Nicht anfangen, selbst zu definieren / beurteilen, was Identität jeweils bedeutet, sondern abwarten, wie die Kindern sich selbst definieren (Sprache ist das Mittel von Verständigung)

    Mögliche förderliche pädagogische Maßnahmen
    Muttersprachliches Lernen mit kulturellem Hintergrund
    Gruppenarbeit – gezielt zusammen gesetzt + Tandem-Arbeit
    Kulturen gleich behandeln – keine Bewertung
    Besseren Unterstützungsunterricht
    Kein Sitzenbleiben mehr
    Chancengleichheit durch Ganztagsbildung – Gemeinsam die Zeit miteinander verbringen (Frühstück / Mittagessen…)
    Elternarbeit – Eltern verschiedener Kulturen zusammen bringen
    Kindergartenpflicht – Keine Gebühren – Frühe Sprachförderung

    Heterogenität ist Normalzustand, man braucht andere Rahmenbedingungen (GTS, 2 Lehrer pro Klasse…) – Das muss auch umgesetzt werden und darf nicht nur diskutiert werden!

  5. Katrin Geiger schreibt:

    die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund als fundamentale Lösung für interkulturelle Spannungen betrachten;
    diese Kinder miteinbeziehen; sie in ihren Fähig- und Fertigkeiten gleichermaßen wertschätzen wie deutsche Kinder; auf sie und ihre zweite bzw. “Heimats-Kultur” interessiert eingehen, ggf. diese zum Unterrichtsthema in der Schule machen, damit auch die Mitschüler die andere Kultur als ergänzend, bereichernd und bunt erleben dürfen, und somit diese dann auch ehrlich respektieren lernen!

    außerdem wichtig: die Sprachförderung der Migrantenkinder! Deutsch und ggf. auch die Heimatssprache (der Eltern/Großeltern) lehren und lernen lassen!
    Die Bildung durch Sprache führt dann zu einem vertieften Verständnis der eigenen (auch der deutschen) Kultur; die Bildungschancen werden denen deutscher Schüler “gleicher”; Kinder mit Migrationshintergrund müssen allein schon im Anbetracht der deutschen/ europäischen Zukunft stark gefördert werden (sie sind nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken!), damit sie zu produktiven Mitgliedern der Gesellschaft heranwachsen und sich in Deutschland integriert fühlen können; auch eigene Anstrengung und intensives Bemühen sich zu Integrieren sind hierzu selbstverständlich notwenig und nicht außer Acht zu lassen!

    konkret: das “SALAM”-Projekt als Kooperation zwischen der PH Freiburg und der Anne-Frank-Grundschule fördert die Begegnung von Studierenden mit Kindern bzw. Schülern der A-F-Grundschule, die überwiegend Migrationshintergrund haben; Ziel ist der gegenseitige kulturelle Austausch und das Kennenlernen der jeweiligen Lebenswelt des Anderen: die Studenten lernen im besten Fall die andere Kultur des Projektpartners/ der Projektpartnerin verstehen (auch wichtig für die spätere Lehrtätigkeit, Elternarbeit); bei den Schülern soll u.a. die Hemmschwelle vor einem eigenen, späteren Studium genommen werden! Mut zur Bildung schaffen! (Auch bei Mädchen, deren Familie die Bildung der Frau nicht als vorrangig im Lebenslauf betrachtet.)
    Das SALAM-Projekt wird unterstützt von der Stadt Freiburg.

  6. Alfred Holzbrecher schreibt:

    Die “Interkulturelle Pädagogik” hat sich inzwischen ziemlich weit ausdifferenziert: Um einen Überblick zu bekommen, arbeite ich mit der Unterscheidung der drei (Handlungs-)Ebenen (1) Bildungssystem (Fragen der Chancengleichheit / (Re)Produktion sozialer Ungleichheit durch das selektionsorientierte Schulsystem…), (2) Einzel-Schule (“we celebrate diversity”/Wertschätzung von Vielfalt als Kennzeichen einer lebendigen Schulkultur, Vernetzung mit außerschulischen Einrichtungen, Angebote von Schüleraustauschprogrammen, eMail-Korrespondenz, internationale Schülerzeitung, Förderprogramme im Ganztag…) und (3) Unterricht (Interkulturalität als Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer, Erziehung zu Mehrsprachigkeit, Wertschätzung der Migranten-/Herkunftssprachen…)
    WebTipps:
    http://www.raa.de/
    …ein Portal, das zeigt, wie sich Schule in der Bildungsregion vernetzen kann und sollte…
    http://de.wikipedia.org/wiki/Interkulturelle_Erziehung
    http://www.ikkompetenz.thueringen.de/
    http://www.weltinderschule.uni-bremen.de/frameset.htm
    http://www.blk-foermig.uni-hamburg.de/web/de/all/home/index.html
    …ein zukunftsweisenden Konzept (“Bildungssprache für alle”), das den Fachdidaktiken helfen kann, Sprachförderung nicht nur auf den Deutschunterricht abzuschieben, sondern in allen Fächern zu praktizieren.
    http://www.hamburger-bildungsserver.de/interkulturell/hamburg/einfuehrung.pdf
    …eine “Einführung in das Aufgabengebiet Interkulturelle Erziehung”, einschließlich einer “Checkliste Interkulturelle Schule”, mit der Lehrerkollegien arbeiten können / sollten…
    Hier: http://www.vdp.org/download_438501.php habe ich für das Unterrichtsfach Pädagogik mal eine Skizze entworfen, wie Schlüsselbegriffe der Interkulturellen Pädagogik in einem Unterrichtsfach zur Themenfindung beitragen können.

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